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Die Geschichte des Akkordeons
Die Entwicklung der Harmonikainstrumente geht auf ein in der Zeit um 2.700 v. Chr. in chinesischen Raum entstandenes Instrument namens "Sheng" (= chin. Mundorgel) zurück. Das Prinzip der freischwingenden Zunge verbindet die Sheng und das Akkordeon: die Zungen waren bei der Sheng in Bambuspfeifen eingeschnitten, die in einer Kürbisschale steckten. Durch ein Mundstück blies der Spieler Luft in die Kürbisschale und brachte so die Zungen in den Bambuspfeifen zum Schwingen.
Bereits um 1600 muss das Prinzip der durchschlagenden Zunge in einigen Teilen Europas bekannt gewesen sein. Die erste Erwähnung hierzu finden wir bereits bei Michael Praetorius, einem der ersten bekannten Musiktheoretiker, und eine erste Abbildung bei Marin Mersenne in seiner Schrift "Harmonicarum Libri" von 1635. Etwa ab 1750 war dieses Prinzip der Tonerzeugung dann allgemein in Europa bekannt, denn zu dieser Zeit begann man mit den ersten Versuchen, Instrumente mit freischwingenden Zungen zu bauen. Durch verschiedene Neuerungen angeregt, wurde in der Zeit nach 1800 eine Vielzahl dieser Instrumente konstruiert. Die ständige Weiterentwicklung führte zu drei heute weltweit verbreiteten Instrumenten
Harmonium, Mundharmonika und Akkordeon
Die Erfindung der Mundharmonika und des Akkordeons wird dem Thüringer Christian Friedrich Buschmann (1805-1864) zugeschrieben. Buschmann und sein Vater beschäftigten sich mit dem Bau eines damals üblichen harmoniumartigen Instrumentes, das auf Saugluft ansprach. Im Rahmen dieser Arbeiten entwickelten sie ein Gerät, mit dem sie beobachten konnten, wie sich der Klang der Metallzungen beim Saugen oder beim Blasen verhält. Aus diesen Ursprüngen entwickelte Friedrich Buschmann nach seiner Heirat in Hamburg die Instrumente weiter. Er baute Äolinen, kleine Tasteninstrumente mit durchschlagenden Zungen, die er schließlich "Physharmonika" nannte. Man geht heute davon aus, dass diese Entwicklungen die Grundlage für die Entstehung von Mundharmonika und Akkordeon bildeten.
Als Ursprungsort der heutigen Mundharmonika wird Wien angesehen, bereits im Jahre 1833 gab es dort 7 Mundharmonikahersteller. Von dort aus verbreitete sich das neue Instrument weltweit. In Deutschland entstanden die ersten Mundharmonikas in Trossingen, Knittlingen und Klingenthal.
Technische Hinweise: Die Mundharmonika besteht aus einem Tonkanzellenkörper aus Hartholz oder speziellem Kunststoff mit einer Reihe parallel eingefräster, entweder einfacher (einchörig) oder geteilter (zweichörig) Luftkanäle. Der Kanzellenkörper trägt oben und unten je eine Stimmplatte aus Metall mit ausgestanzten Stimmzungenschlitzen, in denen die an der Platte über den Luftkanälen vernieteten Metallzungen frei schwingen können.
Mundharmonikas sind meist diatonisch; sie sind in fast allen Dur- und Molltonarten erhältlich. Die chromatische Mundharmonika heißt Chromonica. Sie basiert auf der Kombination von zwei diatonischen Tonreihen im Halbtonabstand (z. B. beginnend mit C- bzw. Cis-Dur) die in zwei übereinander gelagerten Tonkanzellenreihen angeordnet sind. Durch einen an der rechten Seite des Instrumentes befindlichen Schieber lässt sich jeweils eine Ton- bzw. Kanzellenreihe abdecken. Das bedeutet: Schieber draußen = C-Dur, Schieber drinnen = Cis-Dur.
Cyrill Demian – der Erfinder des Akkordeons
In Wien erhielt am 23. Mai 1829 der Orgel- und Klaviermacher Cyrill Demian ein Patent für ein Instrument, das er "Accordion" genannt hatte.
Zitat aus der Patentanmeldung: "Dieses Instrument hat die Gestalt eines kleinen Kästchens mit einem Blasbalge. Die Bodenplatte ist mit 5 Tasten versehen, von denen jede einen Akkord zum Ansprechen bringt. Die vibrirenden Theile sind dünne Metallplättchen, welche ein Schnarrwerk mit durchschlagenden Feder bilden".
Das erste Akkordeon hatte einen Tonumfang von c‘ bis e‘‘. Schon wenige Monate nach dieser Erfindung brachte Demian größere Modelle heraus, es sind noch Instrumente mit 6 Tasten erhalten, die er selbst gebaut hat.
Die ersten Akkordeons waren wechseltönig, jede Taste hatte also 2 verschiedene Töne, die durch aufziehen und zudrücken des Balges entstanden. Ein Akkordeon mit 5 Klappen hatte also 10 Töne, eines mit 6 Klappen 12 Töne usw. Jeder dieser Töne war mit einem Akkord unterlegt, der als Begleitung diente. Durch Bedienen einer Klappe konnten diese Akkorde gedämpft werden, so dass die Melodietöne besser hörbar wurden. Demian hatte sein Instrument "ACCORDION" genannt, weil die Akkorde gleichzeitig mit dem Melodietönen zum Erklingen kamen. Später baute man eine Art "Schieber" ein, mit dessen Hilfe man die Akkorde bewusst mitspielen oder weglassen konnte.
In die ersten Instrumente waren nur die Töne einer bestimmten Dur-Tonart eingebaut, nämlich C-Dur. Wenn das Instrument mehr Tasten hatte, als man für eine Oktave brauchte, erweiterte man den Tonumfang entsprechend. Alsbald wurde auch in anderen Tonarten gebaut. Auf den kleinen Accordions konnte man nur in der Tonart spielen, in welcher es gestimmt war; auf den größeren waren gewöhnlich zwei Tonarten enthalten, z. B. G- und D-Dur, C- und F-Dur usw.
1831 baute Demian schließlich das "vollkommene Accordion", das in einer Reihe die Töne der Tonart und in der zweiten Reihe die fehlenden Halbtöne hatte. An der Bassseite gab es bereits eine Basstonleiter in der Stimmung der Haupttonart mit einigen Ergänzungen. Interessant ist hierbei, dass in der Reihe der zusätzlichen Halbtöne und in der Bassseite bereits das Prinzip der gleichen Töne (Chromatik) angewendet wurde.
Demian und seine Söhne haben ein Instrument erfunden, das bereits alle Merkmale des Akkordeons von heute in sich barg und das der Ursprung für jedliche Weiterentwicklung im 19. und 20. Jahrhundert gewesen ist.
Das von Demian gebaute Accordion war wechseltönig und diatonisch. Auch heute gibt es noch immer die Handharmonika und die Steirische Harmonika mit fast den gleichen Tonschritten. Auch Halbtöne und Gleichtöne hatte Demian schon in seinem "vollkommenen Accordion". So wie vor 150 Jahren baut man auch heute noch die Handharmonikas in verschiedenen Tonarten (Stimmungen).
Demian legte die Wurzel aller Entwicklungen des Akkordeons bereits in seinen ersten Modellen. Eine Reihe von Entwicklungen führte zur Entstehung des Instrumentes "Akkordeon" in seiner heutigen Form.
Die weitere Entwicklung des Akkordeons bis zum Jahre 1900
Die Akkordeons von Demian waren "einchörig"; Tremolo oder andere Klangfarben kannte man noch nicht. Wilhelm Friedrich Kaiser, Harmonika-Bauer aus Wien, entwickelte um 1835 einen Registerschieber, mit dem man die Tonart wechseln konnte. Diese Erfindung kann als Ursprung der Register angesehen werden und findet sich auch bei den Chromonicas der heutigen Zeit noch wieder.
Bereits 1838 gibt es ein Akkordeon, das Metallknöpfe, Mutation, Akkordknopf und Luftventil und einen eingebauten Schieber hat. 1837 setzen Experimente ein, um dem Accordion andere Klangfarben zu geben z. B. mit aufgesetzten Trichtern, sie sollten dem Instrument einen trompetenartigen Klang geben.
Ebenfalls im Jahre 1838 baute Matthäus Bauer in Wien die ersten Instrumente mit Kanzellenkörpern. Dieser Kanzellenkörper bestand aus kleinen quaderförmigen Hohlräumen, die am Boden und an der Decke offen waren. An der Bodenseite befand sich das Loch mit den Abdeckplättchen der Claves, am anderen Ende die Stimmplatte mit der Zunge. Die ersten Stimmplatten waren aus Holz, und der Schlitz für die Zunge war direkt aus dem Holz geschnitten. Ab 1845 verwendete man auch schon Messingplättchen, aus denen zuerst die Schlitze gebohrt und gefeilt wurden.
Nach und nach verschwanden die Instrumente mit der Mutation, stattdessen machte man weitere Experimente mit Schiebern. In dieser Zeit entstand auch der sog. Tremolo-Klang. Um 1850 hatte der Musiker Franz Walther die Idee, ein Instrument bauen zu lassen, das 3 Reihen Knöpfe besaß und das im "Gleichtonprinzip" gebaut war. Das erste dieser Instrumente hatte 46 Knöpfe, später wurden solche mit 52 Knöpfen gebaut. Die Bassmechanik im heutigen Sinne fehlte noch, man musste sich zunächst mit 8 bzw. 12 diatonischen Bässen zufrieden geben.
Man experimentierte auch mit verschiedenen Holzarten für den Kasten des Instrumentes und den Kanzellenkörper. Die Entwicklung des Kanzellenkörpers, wie er heute üblich ist, fällt ebenfalls in diese Zeit. Vor allem das erste Register, mit dem man TREMOLO spielen konnte, erforderte ein Umdenken bei der Konstruktion des Anbringens der Stimmplatten. Nun wurde auch der Instrumentenkasten größer, um bessere Klangqualitäten zu erlangen.
Matthäus Bauer zeigte 1854 das erste Accordion, das über eine Pianotastatur verfügte.
Er nannte es "Clavierharmonika". Erstmals wird hier eine Trennung der Melodieseite und der Begleitung erwähnt. Die rechte Hand spielt die Melodie und die linke Hand spielt den Bass.
Etwa in diese Zeit fallen auch weitere Experimente mit Registern und man unterschied nun Instrumente mit einfacher (einchöriger) oder doppelter (tremolo) Stimmung, also mit oder ohne Register. Schließlich entstand auch die "tiefere Oktave", d. h. man konnte oktaviert die tieferen Töne mitklingen lassen. Mit Hilfe der Register konnte man dann in "einfacher, doppelter oder dreifacher Stimmung" bzw. in "dreifacher Orgelstimmung" spielen – so nannte man es damals.
1890 baute Matthias Bauer in Wien ein Akkordeon mit 46 Tasten und 46 Bässen als einzelne Töne, d. h. hier liegen bereits die Ursprünge für die Entwicklung der Instrumente mit Melodiebass. Somit waren alle Voraussetzungen für eine Weiterentwicklung vorhanden, die letztlich zur Herstellung der heutigen Akkordeons führte.
In Klingenthal, im Sächsischen Vogtland, hatte Johann Wilhelm Rudolph Glier seine Heimat. Er bekam auf einer Reise eine Mundharmonika geschenkt, erkannte ihren Wert als Handelsobjekt und baute sie nach. Alsbald entstanden auch in Klingenthal Fabriken, in den Mundharmonikas angefertigt wurden.
1852 brachte der Klingenthaler Adolph Eduard Herold ein Akkordeon mit in seine Heimat und bald wurde auch dieses Instrument in Klingenthal gebaut. Schnell hatte man großen Erfolg und bereits im Jahre 1860 baute man 214.500 Akkordeons! 1862 gab es 20 Fabriken mit fast 350 Arbeitern. Die meist in Heimarbeit hergestellten Einzelteile der Akkordeons wurden in den Fabriken zusammengesetzt.
Auf dem Gebiet der industriellen Instrumentenherstellung war Julius Berthold bahnbrechend, der in Klingenthal Maschinen entwickelte, die die Produktion von Harmonika-Instrumenten beschleunigten, z. B. eine Stimmenfräsmaschine oder eine Presse zum Falten der Bälge. Viele dieser Erfindungen wurden später auch an andere Akkordeon-Hersteller verkauft.
Unter dem Namen "Weltmeister" wurden die Sächsischen Instrumente in der ganzen Welt vertrieben und stellen vor allem in Osteuropa den grössten Anteil der Harmonika-Instrumente dar. HARMONA Akkordeon GmbH Geschäftsführer: Gabriele S. Herberger
Markneukirchner Strasse 44/46 D-08248 Klingenthal Vogtland (Sachsen) Germany
Internet: www.akkordeon-klingenthal.de E-Mail:
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Telefon: +49 (0) 37467 / 50-221 Fax: +49 (0) 37467 / 50-243
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